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Katakomba

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Samstag, 11. November 2017, 21:02

Car-Hifi: Tipps, Tricks sowie Grundlagen, Teil 2.3 ueber Anlagen generell + was darf es denn sein?

Gibt es die "eine perfekte Anlage"?

Aufgrund meiner bisher verbrachten Zeit im Selbstbau, und auch vom hinhören im allgemeinen stellte ich folgendes fest:
"Die eine einzige" perfekte Anlage gibt es nicht, auch wenn man sehr gute Ergebnisse bekommen kann. Einzigartig ja, Vergleichbar nein. Die Lautsprecher / Endstufen Kombinationen können sehr unterschiedlich sein, und dabei alle sehr gut klingen. Oft fällt es auch schwer sich zu entscheiden, welche von den Kombinationen jetzt denn besser wäre.
Einen Tipp hätte ich dazu:
Wenn es einem sehr gut gefällt, wieso dann nicht annehmen?

Es klingt im neuen KFZ nicht mehr so wie in dem Fahrzeug zuvor?

Oft können auch dieselben Komponenten bei unterschiedlichen Einbauten, bzw. Fahrzeugen sich auch wieder anders anhören. Grund dafür sind unterschiedliche Tür-, Fahrzeuginnenvolumen, Einbaupostionen, und Formgebung des Autos im inneren. Physikalische Gegebenheiten sollte man vor dem Einbau deshalb beachten. Hochtöner nie in den Fußraum, sondern in das Spiegeldreieck, weit oben in die Tür, oder in / auf das Armaturenbrett ggf. in die Ecken dort. Diese brauchen kein äußeres Volumen, und man ist daher recht flexibel. Tiefmitteltöner nicht zu weit unten, etwas auf das Türvolumen achten (besonders bei mehreren TMT)). Bei Einbau von TMT in den vorderen Fußraum (unter dem Armaturenbrett) empfiehlt sich ein DSP, erst recht wenn das dort geplante oder gegebene Volumen nicht sehr groß ausfällt. Auch beachten, dass die Chassis nicht zu groß sind, da die Chassisgröße auch über das benötigte Volumen entscheiden kann. Man kann teilweise auch etwas aus den Thiele Small Parametern lesen, oder / und durch Simulation schon im vorne herein prüfen ob es mit den gewählten, noch nicht gekauften Chassis überhaupt funktionieren würde. Da bei Tiefmitteltönern bzw. Frontsystemen aber kaum bis gar keine TSP dabei stehen ist es manchmal auch ein wenig Glücksspiel. Ich denke dabei an große Chassis mit mehr als 16cm Aussendurchmesser. Bei Subwoofern dürfte jedem klar sein, dass ein komplett abgetrennter Kofferraum ohne Durchreiche (Skisack) o. Ä. einem nicht viel bis nichts bringt. Der Druck vom Woofer, der dann auch noch mit beachtlicher Leistung angefahren werden müsste, damit man überhaupt etwas im Innenraum davon mitbekommt, bleibt zum größten Teil im Kofferraum "hängen".

Wie groß sollte der Wooferdurchmesser sein, damit ich auch etwas davon höre?

Ab 20cm (8 Zoll) aufwärts ist meiner Meinung nach zu empfehlen. Mit 25cm (10 Zoll) kann man schon etwas mehr rausholen. Dabei auch beachten: Je größer der Woofer, desto träger ist dieser in der Regel. Wenn ich nur Hip-Hop höre mit sehr vielen tiefen Bässen, dann kann es ruhig etwas größer sein, doch bei Rock / Pop / Techno sieht die Sache wieder anders aus. Viele die sich schon eine Zeit lang mit diesem Thema beschäftigt haben tendieren zu maximal etwa 10 Zoll großen Subwoofern, aus genanntem Grund. (Dafür dann 2 Stück oder mehr)

Welcher Woofer soll es sein? Hart "aufgehängt", oder eher "weich"?

Hart aufgehängte Woofer sind eher für überwiegend Rockmusik hörende geeignet, weil wegen der harten Einspannung die Membran auch bei großem Durchmesser schnell wieder in die Ursprungsposition zurückschwingt. Meist kann diese Woofer-Bauart keine so großen Auslenkungen machen. Weich aufgehängte Woofer empfehlen sich für andere Musikrichtungen. Meist sind hoch belastbare Chassis relativ hart wenn man auf die Sicke leichten Druck ausübt, trotz Gummi, oder Schaumstoffsicke. (Sicke ist der Rand / Wulst, der zwischen Membran und Korb ist. Die Sicke ist in der Regel an die Membran, und an den Korb geklebt.) Dafür kann die maximale Auslenkung der Membran sehr groß ausfallen, manchmal in den mehrere cm-Bereich.

Wann empfiehlt sich ein Untersitzwoofer?

Diese sind dann zu empfehlen, wenn wirklich sonst kein Platz im Auto zur Verfügung steht, aber unter dem Fahrersitz, und es nicht zwingend sehr laut zugehen soll. vom Preis gesehen gibt es sicherlich auch solche, die nicht weniger kosten als ein "normaler Woofer".

Was für ein Frontsystem sollte es sein?

In den meisten Fällen kann man auf ein 16cm System zurückgreifen. Manchmal geht Bauartbedingt aber nicht mehr als 13cm Aussendurchmesser. Natürlich sollte man eher dem 16cm System den Vorzug geben, wenn Bautechnisch möglich, da ein 13cm System Physikalisch schneller an seine Grenzen stoßen kann, als eine Nummer größer. Wenn aber nicht anders möglich, dann kann man eventuell den Woofer leicht höher abtrennen. Doch das ist Fahrzeug abhängig, und funktioniert auch nicht immer. Sogenannte "Koaxlautsprecher" sollte man nur in Ausnahmesituationen verwenden. Meist,aber nicht immer, hat diese Lautsprecherform keine anständige 12dB Weiche für den Hochton- und Tiefmitteltonzweig. Je besser die Abtrennung, desto präziser und sauberer der Klang am Ende. Den Vorzug sollte man 2-Wege Systemen geben, und man sollte deshalb dort auch auf eine gute Frequenzweiche achten.

Was für ein Membran- Hochtönermaterial sollte es sein?

Unterschiedlichste Materialien gibt es bei den Hochtönern. Jedes Material kann, bei guter Materialkombination, oder auch "pur" (z. T. Verbundprinzip / Sandwichprinzip) vom Hersteller auch gut klingen. Das geht über Titankalotte, Gewebekalotte, Keramik, usw.. Eine Ausnahme von der oft verwendeten Kalottenform stellt der "Bändchenhochtöner" dar, er hat eine Kunststoffmembran, auf der die Schwingspule "flach", bzw. zweidimensional aufgebracht ist. Auch bei Tiefmitteltönern gibt es eine reichhaltige Membranmaterial-Auswahl. Holzgewebe, Bambusfasern in Papier, Kevlar, Polypropylen, Titan, Papier uvm.. Was jetzt besser klingt ist Geschmackssache. Je nach Verarbeitung / Kombination (z. T. Verbundprinzip / Sandwichprinzip) können sich auch exotische Materialien besser oder schlechter anhören. Jeder hat so seine bevorzugten Materialien, auf die er schwört. Doch die Entscheidung was einem persönlich besser gefällt, kann einem kaum einer abnehmen. "Das Material klingt am besten" kann man Heutzutage eigentlich fast nicht mehr sagen.


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Lautsprechertüftler der selbst konstruiert und nicht konsumiert.. ;-)

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