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Katakomba

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Mittwoch, 21. Oktober 2015, 21:53

Car-Hifi: Tipps, Tricks sowie Grundlagen, Teil 1.1 Die Headunit - Längst nicht mehr nur das "Autoradio", sondern die Kontrollzentrale

1.1 Die Headunit - Längst nicht mehr nur das "Autoradio", sondern die Kontrollzentrale

In der Vergangenheit konnten die "Autoradios" längst nicht so viel wie heute, daher verwendet man seit einiger Zeit auch den Begriff "Headunit".
Die Anzahl der Funktionen und Möglichkeiten ist sehr groß, und wächst so ziemlich mit jedem Jahr weiter an. Auch je nachdem, was für eine Headunit man sich auswählt.
Von den Grundlegenden Funktionen wie Frequenzweichen, Laufzeitkorrektur, Equalizer, usw. für die angeschlossenen Lautsprecher und Endstufen, bis hin zur Kommunikation mit anderen Geräten, wie Handys, Tablets, usw..
Ich will nicht in der Vergangenheit schwelgen, doch früher musste man sich viele Komponenten, wie Frequenzweichen, Equalizer, etc. für die Car-Hifi-Anlage zusätzlich zum Autoradio kaufen.
(Heute ist fast alles, was man braucht, in den Headunits integriert.)
...

Guter Klang im Auto fängt mit dem richtigen Autoradio an. Hier werden die CD-/USB-/FM-Signale umgewandelt, somit ist das richtige Radio eins der wichtigsten Komponenten im Auto! Wenn hier durch minderwertige Signalumwandlung und -übertragung schon Klangqualität verloren geht, können auch noch so hochwertige Komponenten "dahinter" dies nicht mehr auffangen: Das ist das erste Glied der Kette, hier fängt Klangqualität an! Deshalb sollte hier nicht gespart werden. Finger weg von irgenwelchen Baumarkt- oder Discounterradios! Für etwa 150 Euro gibts vernünftige Radios von den bekannten Marken Alpine, Clarion, Eclipse oder Pioneer. Auch Blaupunkt, JVC, Kenwood oder Sony haben teilweise gute Modelle. Teils gibts noch andere Hersteller wie Zenec oder Audiovox, die brauchbare Geräte auf dem Markt haben. Ab der 300-Euro-Klasse wird richtig interessant, ab dort bieten Radios ausreichende Filter- und Equalizereinstellungen für eine richtig gute Anlage. Aber auch ohne Einstellungen an den Serienlautsprechern wird ein immenser Klanggewinn hörbar sein. Wohlgemerkt alle ohne Monitore und anderen Schnickschnack, für guten Klang ist das nicht notwendig. Wer unbedingt DVD und Monitor haben möchte, sollte mindestens 700 Euro einplanen, die meist sehr verlockenden Alleskönner mit Monitor, Kartenslot und vielleicht sogar Bluetooth für 199 Euro taugen nichts! Da ein Autoradio heutzutage neben dem Radioempfang auch viele andere Aufgaben übernimmt, hat sich der Begriff "Headunit" als Kopf der Anlage etabliert.

Wann sollte man sich bei der Verwendung der Original-Lautsprecher/Anlage ein anderes Autoradio zulegen?

* Kein Bluetooth im Original-Autoradio (Eine Freisprecheinrichtung sollte man schon haben, oder ein Bluetooth-Headset) Wie jeder wissen dürfte, muss man eine Freisprecheinrichtung im Auto haben, oder ein Headset, wegen der Gefahr der Ablenkung während dem fahren. Es kann zudem teuer werden, wenn man mit dem Handy am Ohr während der Fahrt erwischt wird.
* Kein USB-Anschluß im Original Autoradio
* Keine Möglichkeit CD´s abzuspielen mit dem Original-Autoradio

Es kommt dabei auch auf den Wunsch an, den man an das Autoradio stellt.
...
Warum ein Aktivadapter für andere Autoradios, als das Originale:

Ohne einen solchen Adapter, ist es zumindest bei neueren Fahrzeugen, fast unmöglich ein anderes Autoradio anzuschließen, wegen der Elektronik in den Fahrzeugen.
So einfach wie es früher einmal war, ist es heutzutage nicht mehr, wenn man einfach nur "schnell" mal das Autoradio wechseln will.

Warum ein "aktiver High/Low-Level-Converter", und was "macht" der eigentlich?

Ein solcher Adapter sorgt dafür, dass das Signal der Lautsprecherausgänge auf Cinchpegel heruntergewandelt wird, und zudem erzeugt der Adapter ein "Remote-Signal".
Dieses "Remote-Signal" schaltet eine Endstufe ein, oder aus, je nachdem, abhängig davon, ob Musik vom Original-Radio kommt, oder nicht.
Natürlich schaltet der Adapter erst nach einer gewissen Zeit die Endstufe aus, wenn nach ein paar Minuten kein Musiksignal mehr vom Original-Radio kommt.
(Wenn man ein anderes Autoradio einbaut, greift man direkt vom dem "Remote-Kabel" daran ab, einem blau/weißen Kabel, um die Endstufe ein- oder auszuschalten, und kommt ohne diesen Adapter aus.)

Warum eine Fahrzeugspezifische "Blende" für das Autoradio?


Ohne eine solche Blende sieht es doch recht unansehnlich aus, bis dazu, dass man das Autoradio garnicht erst befestigen kann.

Integrierte Frequenzweichen

Viele Headunits um 150 Euro aufwärts bieten heute integrierte Frequenzweichen an. Damit lassen sich einzelne Kanäle schon vor dem "Verlassen" des Radios in Frequenzbereiche aufteilen. Bei einer 3-Wege-Aktivanlage bedeutet das z.B.: Die Hochtöner bekommen zwei Kanäle Stereo, die Mitteltöner bekommen zwei Kanäle Stereo, und die Tieftöner auch. Jedes Lautsprecherpaar bekommt nur die Frequenzen, die es auch spielen soll, in unserem Beispiel sind keine passiven Frequenzweichen mehr nötig. Die meisten Endstufen bieten zwar ähnliche Funktionen, sind mit ihren Drehreglern aber bei Weitem nicht so genau! Die Trennfrequenzen sind dabei jederzeit änderbar und bequem vom Fahrersitz, wo man ja auch Musik hört, einstellbar. Ein geschultes Gehör kann die Einstellungen mit ein bisschen technischem Sachverstand ohne Hilfe vornehmen, für alle anderen bietet sich ein Fachmann mit Mess-Equipment an. Gerade hier ist eine Voreinstellung wichtig, damit nicht vor dem ersten Start schon Lautsprecher aufgund von falscher Trennung kaputtgehen!

Equalizer

Viele Headunits um 150 Euro aufwärts bieten heute einen umfangreichen Equalizer (kurz EQ) an. Wie der englische Name schon andeutet, ist er dazu da, den Frequenzgang an einen gewissen Hörraum anzupassen. Ein idealer Hörraum wäre leer und unendlich: Nirgendwo Gegenstände oder Wände im Weg, die den Schall reflektieren. Aber so etwas gibt es nicht, jeder Raum ist verschieden, und bietet die verschiedensten Störquellen, die nur gewisse Frequenzen unnatürlich leise oder laut erklingen lassen. Man spricht hierbei jeweils von Auslöschungen oder Spitzen. Ein Equalizer ermöglicht einem, an gewissen Stellen des Frequenzbandes anzusetzen und diese störenden "Berge und Täler" zu beseitigen, indem in den Problembereichen etwas mehr oder etwas weniger Leistung ausgegeben wird als eigentlich üblich. Im entferntesten Sinne kann man sich eine Fahrradtour durchs Gelände vorstellen, bei der man immer die gleiche Geschwindigkeit halten will: Am Berg muss man mehr treten, an Abfahrten bremsen. Nur das beim EQ eben versucht wird, immer die Lautstärke zu halten, wie sie eigentlich sein sollte. Somit hört man im Idealfall die Musik so, als würde man auf der freien Wiese stehen, wo keine Wände oder Gegenstände den Schall verbiegen. Gerade das Auto ist ein ansich gräßlicher Hörraum, weil hunderte unterschiedlicher Hindernisse auf extrem kleinem Raum lauern. Da der EQ nur an einigen Punkten ansetzen kann, ist ein Frequenzgang nie ganz linear, aber deutlich besser als ohne Eingriffe! Ein geschultes Gehör kann die Einstellungen mit ein bisschen technischem Sachverstand ohne Hilfe vornehmen, für alle anderen bietet sich ein Fachmann mit Mess-Equipment an.

Laufzeitkorrektur

Noch so ein Ausstattungsmerkmal von Headunits ab 150 Euro. Mit einer Laufzeitkorrektur (kurz LZK) kann man erreichen, dass alle Tonsignale gleichzeitig an den Ohren auf dem Fahrersitz ankommen. Durch unterschiedlich weite Strecken, durch oben genannte Reflexionen, aber auch unterschiedlich träge Lautsprecher, kommen nicht alle Signale von beiden Hochtönern, Tiefmitteltönern oder vom Subwoofer in derselben Millisekunde an den Ohren an. Mit einer LZK kann man nachbessern! Ein geschultes Gehör kann die Einstellungen mit ein bisschen technischem Sachverstand ohne Hilfe vornehmen, für alle anderen bietet sich ein Fachmann mit Mess-Equipment an. Die Laufzeitkorrektur gleicht nur unterschiedlich die Laufzeiten weit von einander entfernter Lautsprechersysteme aus. Dabei muss man die am nächsten liegenden Lautsprecher verzögern, damit der Ton von weiter entfernt eingebauten Lautsprechern zur gleichen Zeit am Ohr ankommt. (Umgekehrt geht auch schlecht)
Beim Einstellen der Laufzeitkorrektur bitte ein paar Dinge bedenken:

* Subwoofer und Laufzeitkorrektur?
---> Auf keinen Fall!

* Habe ich öfters einen Beifahrer?
---> Wenn ja, keine Laufzeitkorrektur vom Frontsystem links und rechts vornehmen.
---> Wenn, dann nur vom gesamten Frontsystem, und auch nur, wenn hinten im Heckteil auch Lautsprecher installiert sein sollten.

* Habe ich öfters das Auto voll mit Personen?
---> Wenn ja, keine Laufzeitkorrektur.


OEM-Radio und HiFi?

Wer sein (recht neues) Original-Radio behalten will, hat mehrere Möglichkeiten: Entweder besorgt man sich einen hochwertigen Aktiven High-Low-Adapter (Kostenpunkt um 70 Euro), oder wählt eine Endstufe, die über Hochpegeleingänge verfügt. Bei letzterem werden die Signale dann nicht über Cinch, sondern über normale Lautsprecherkabel übertragen. Mit diesem Kniff sollte man aber nur arbeiten, wenn das Original-Radio in die Fahrzeugelektronik eingebunden und somit unentbehrlich ist, klanglich ist ein Nachrüstradio ab 150 Euro bereits zu empfehlen, was meist auch mit zahlreichen, fahrzeugspezifischen Adaptern lieferbar ist. Die Serienradios scheitern klanglich meist an ihrer billigen Hardware, besonders was die Digital/Analogumwandlung von CDs oder anderen modernen Speichermedien angeht. Aber auch hier gibts Hoffnung: Viele Fachhändler
können Serienradios mit digitalen Signalprozessoren auf die Sprünge helfen! Das ist dann aber wieder nicht ganz billig.


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Lautsprechertüftler der selbst konstruiert und nicht konsumiert.. ;-)

Für alle die erst noch Wissen in Erfahrung bringen müssen: Bitte "car-hifi-tipps-tricks-sowie-grundlagen " der Einfachheit halber lesen.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Katakomba« (10. Januar 2016, 22:36)


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