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Katakomba

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Mittwoch, 21. Oktober 2015, 21:39

Car-Hifi: Tipps, Tricks sowie Grundlagen, Teil 1.7 Lichtmaschine, Batterie und Powercap - Die Stromversorger

1.7 Lichtmaschine, Batterie und Powercap - Die Stromversorger

Die Lichtmaschine und Starterbatterie - beide leider völlig unterbewertet

Viele Einsteiger fragen gleich nach Powercaps und Zusatzbatterien, ohne überhaupt die Grundversorgung geklärt zu haben. Die Basis für eine gute Stromversorgung bilden eine ausreichend dimensionierte Lichtmaschine und eine hochstromfähige Starterbatterie.

Die Lichtmaschine ist das Stromkraftwerk im Auto, was die Batterie(n) lädt und das Bordnetz mit Strom versorgt, solange der Motor läuft. Ohne sie würde eine normale Starterbatterie spätestens nach einem Tag komplett leer sein. Trotzdem wird seltsamerweise kaum an sie gedacht, wenns um Car-HiFi geht, dabei ist sie dafür eine der wichtigsten Komponenten! Wird vom Stromnetz bzw. von der HiFi-Anlage permanent mehr Strom verbraucht als die Lichtmaschine liefern kann, ist die Batterie schnell leer. Deshalb sollte man immer die Leistung der verbauten Lichtmaschine checken, indem man auf dem Typenschild nachschaut, wieviel Ampère sie liefern kann. 75A-90A ist bei kleineren Anlagen noch kein Problem, wenn die Anlage den Kilowattbereich überschreitet, sollte eine stärkere Lichtmaschine her. Soll die Lichtmaschine getauscht werden, sucht man am Besten nach Generatoren aus dem gleichen Fahrzeugmodell, aber mit größerem Motor, die dadurch dann meist ohne große Probleme einzubauen sind. Fahrer von Dieselfahrzeugen haben Glück, meistens sind die Lichmaschinen hier schon ab Werk sehr großzügig ausgelegt, selbst wenn der Motor nicht der Stärkste ist.

Als Starterbatterie nimmt man am Besten eine AGM-Batterie (engl. Absorbent Glass Mat, Glasfaservliesmatten), da diese Bauform viele Vorteile bietet: Sie sind hochstromfähig und können daher schneller und mehr Strom abgeben, dazu sind sie haltbarer, auslaufsicher und überstehen selbst Tiefentladungen. Als Puffer zwischen Lichtmaschine und Stereoanlage zählt vor allem die Hochstromfähigkeit, aber auch die anderen Eigenschaften können sehr nützlich sein. Sie sind etwa 1,5 bis 2 mal so teuer wie normale Säurebatterien, halten aber auch länger. Da sie nicht auslaufen oder Gase entwickeln können, sind sie auch für den Betrieb als Zusatzbatterie im Fahrgastraum zugelassen.

"Brauche" ich eine Zusatzbatterie?

Hier verhält es sich ähnlich wie bei den Powercaps: "Nötig" nein, "nützlich" ja, ausser bei Anlagen über 1000 "echten" Watt, dabei wird eine Zusatzbatterie schon zur Pflicht! Dabei steht aber ein anderer Aspekt im Vordergrund: Durch eine "lange Leitung" von der Starterbatterie zu den Endstufen sinkt die Betriebsspannung minimal ab. Endstufen mit geregelten Netzteilen ist das egal, aber für die meisten bezahlbaren Endstufen gilt: Weniger Volt bei gleichen Ampere bedeutet weniger Watt, die Ausgangsleistung der Endstufen verschlechtert sich. Wobei hier auf das "minimal" hinzuweisen ist. Zunächst sollten genug Kondensatoren an Bord sein, dann kann man über eine Zusatzbatterie nachdenken. Sinnvoll ist dann auch ein Trennralais, welches die Starterbatterie im Stand von der Zusatzbatterie trennt. Nicht dass nach der Pegelorgie auf dem Parkplatz der Wagen nicht mehr anspringt, das wäre unschön.
Ein guter Link zum Anschluss einer Zusatzbatterie: http://www.carhifinews.de/help_batterie.php
Auch hier sind wieder folgende Messungen interessant: http://www.millenchi.de/node/29
Angeschlossen wird die Zusatzbatterie parallel zur Starterbatterie. Beim ersten Anschluss darauf achten, dass beide Batterien technisch in Ordnung sind und denselben Ladestatus aufweisen, sonst kanns auch hier wieder gefährlich werden! Weitere Infos und Bilder finden sich im Link.

"Brauche" ich einen Powercap?

Ein Powercap(acitor) (engl. für "Leistungskondensator") ist ein oft eingebautes, passives Bauteil in einer Car-HiFi-Anlage, welches Energie kurzzeitig speichert und enorm schnell wieder abgeben kann. Man hört immer wieder Gerüchte, ab welchen Wattzahlen sich ein Powercap lohnt. Fakt ist, "nötig" ist er nie, aber er lohnt sich immer! Er bereinigt die Bordelektronik, und schützt so die Endstufen nicht nur von den immer wieder genannten Spannungseinbrüchen, sondern auch vor fiesen Stromspitzen. "Sauberer" Strom ist im Auto nämlich Mangelware: Die Lichtmaschine, die während der Fahrt die Anlage versorgt und die Batterien auflädt, kann bauartbedingt keinen komplett konstanten Stromfluss liefern, was die Batterien, aber besonders ein Kondensator recht gut ausgleichen kann. Dabei gilt: Je mehr, desto besser. Um aber einen ungefähren Richtwert zu haben: Pro angefangene 500W RMS sollte 1 Farad Kondensatorkapazität verbaut werden, mehr schadet aber auch nicht, im Gegenteil! Mehrere 1F-Kondensatoren parallel geschaltet sind dabei besser ein ein großer, einzelner Kondensator. Wer ein wenig Elektrokenntnisse besitzt, für den sind folgende Messungen dazu sehr interessant: http://www.millenchi.de/node/29
Angeschlossen wird ein (oder auch mehrere!) Powercaps parallel zur Batterie. Beim ersten Anschluss unbedingt darauf achten, dass der Stromkreis noch nicht geschlossen ist! Am Einfachsten bekommt man das hin, in dem man die Hauptsicherungaus dem Sicherungshalter entfernt, der gleich hinter der Batterie im Pluskabel sitzt. Somit führt das Kabel hinten erstmal keinen Strom, und der Cap kann angeschlossen werden. Dabei kann man ihn auch gut als Verteiler nutzen: Einfach alle Endstufen mit Ringschuhen am Cap mit dem Pluskabel, oder aber mit dem Massekabel des Caps verbinden. Somit wird kein Plusverteiler, sowie nur ein Karrosserie-Massekabel hinten benötigt. Nachdem alles ordnungsgemäß verkabelt und überprüft wurde, setzt man vorne die kleine 12V-Lampe, die mit fast jedem Cap mitgeliefert wird, anstatt der Sicherung in den Sicherungshalter ein. Vorsicht, sie glüht dann und wird natürlich dabei heiß! Wenn sie erlischt, ist der Cap geladen. Danach die Sicherung wieder einsetzen, fertig! Wird der Cap das erste Mal ohne Vorwiderstand geladen, kann das sehr gefährlich werden! Also, beim ersten Laden immer das kleine Lämpchen oder einen anderen Widerstand verwenden!




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Lautsprechertüftler der selbst konstruiert und nicht konsumiert.. ;-)

Für alle die erst noch Wissen in Erfahrung bringen müssen: Bitte "car-hifi-tipps-tricks-sowie-grundlagen " der Einfachheit halber lesen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Katakomba« (23. Oktober 2015, 23:34)


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