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Katakomba

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  • »Katakomba« ist der Autor dieses Themas

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Mittwoch, 21. Oktober 2015, 21:31

Car-Hifi: Tipps, Tricks sowie Grundlagen, Teil 1.10 Komponentenkauf - Worauf muss man achten?

1.10 Komponentenkauf - Worauf muss man achten?

Zuerst sollte man sich im klaren sein, wo man hin will:

Will ich eine Anlage, die lediglich eine Bassunterstützung haben soll?
Will ich eine Anlage, mit der ich einfach nur Musik über mittlerer Lautstärke hören kann?
Will ich eine Anlage, mit der ich bei Wettbewerben mitmachen kann?
Will ich eine Anlage, mit der ich bei Wettbewerben mitmachen kann, und der Klang spielt keine ganz so große Rolle, Hauptsache, ich habe maximalen Pegel?

In der Regel will man eigentlich alles haben, sehr guten Klang, und einen zufriedenstellenden Pegel.
(Das ganze ist natürlich alles umso Preis- und auch Arbeitsintensiver, je mehr guten Klang ich bei hohem Pegel haben will.)


Hier ein paar Tipps:

Zum kauf allgemein:

Egal, ob man man nun Einsteiger oder Fortgeschrittener ist, der kauf bei einem Fachhändler in der Nähe hat auch seine Vorteile, auch wenn der Preis etwas höher sein kann als im Netz. Serviceleistungen unterschätzen viele. Sobald man Probleme mit einem Produkt hat, sei es bei den Funktionen, oder einem defekt in der Hard- oder Software, ist man bei einem Händler gut aufgehoben. Man kann zu Ihm fahren und Probleme mit dem Produkt umgehend klären. Im Netz ist das ganze etwas schwieriger, und dauert in der Regel auch länger.

Immer Probehören!

Es gibt sehr viele Marken und Modelle, und viele davon sind gut! Nur welche Marke passt nun im speziellen Fall am Besten? Viele Einsteiger kommen hier ins Forum, und wollen darauf eine konkrete Antwort haben. Nun, die gibts aber nicht. Wir könnten hier natürlich einfach per Massenabfertigung allen unsere Lieblingsprodukte empfehlen, aber guter Klang ist trotz vieler Messmethoden immernoch Geschmackssache. Die Entscheidung kann euch keiner abnehmen! Also, ab zum seriösen Händler oder vielleicht auch erstmal zum Discounter, und möglichst verschiedene Systeme und Woofer anhören. Dabei aber qualitativ hochwertige Aufnahmen verwenden, den Hoch- und Mittelton beanspruchen, und auch verschiedene Bassläufe in immer anderen Tonlagen abfragen. Der Verfasser nimmt dafür gerne Soul, Rhythym and Blues (nicht das was heute als R'n'B verkauft wird!), und Drum and Bass (D'n'B) für die Bassläufe. Nun wird sich Mancher fragen, was er denn nun noch fragen soll, wenn alles Geschmackssache ist. Hier im Forum können wir, wenn ein Geschmack feststeht, die anderen Fragen klären: Passt das Ganze überhaupt anschluss- und leistungtechnisch zusammen? Gibts vielleicht noch ähnliche Konkurrenzmarken? Passt das Ganze zum verbauten Auto? Und was ist nun wirklich absoluter Ramsch und muss gar nicht erst gehört werden?


Neukauf

Eigentlich könnte ich diesen Absatz auf die Aussage "Geh doch zum Fachhändler!" beschränken. Aber die meisten machen es eh nicht, leider. Dabei sind Fachhändler in 95% der Fälle wesentlich fachkundiger als die Blödmarktmitarbeiter, wobei es natürlich auch immer Ausnahmen gibt. Doch gerade als handwerklich ungeschickter oder einfach bequemer Einsteiger braucht man nunmal einen kompetenten Einbaupartner. Wie ich später im Text noch erläutern werde, ists mit "Plug and Play", also dem einfachen Zusammenstecken der Anlage nicht getan. Viele große Discouter bieten bei ihrem Einbauservice aber nur genau das an. Stabiler Einbau, Dämmung, Einstellungen: Fehlanzeige. Auch bei der Komponentenwahl wird man beim Fachhändler eher den Zugang zu Produkten "abseits des Mainstreams" haben, die eventuell viel bessere Leistung fürs Geld bieten. Damit sind nicht zwingend große HiFi-Discounter wie die Schweizer ACR gemeint, je nach Inhaber gibts bei diesen Ketten große Unterschiede in der Fachkompetenz, sind aber in den meisten Fällen empfehlenswerter als die Blödmärkte, und manchmal sogar richtig gut. Aber auch die unabhängigen Händler sind nicht so selten wie viele denken, also nicht so faul sein und mal ein wenig nach Fachhändlern im Umkreis googeln! ;)
Wenn man schon genau weiß was man will und es auch kompetent einbauen kann, kann man auch gut auf Onlineshops zurückgreifen. Doch Vorsicht: Wenn die Preise schon sehr günstig erscheinen, besonders vorsichtig sein, es gibt viele schwarze Schafe auf der Wiese, auf die auch der Verfasser dieses Textes schon reingefallen ist: Geld überwiesen, Ware nie erhalten. Ohne Rechtsschutzversicherung wirds dann schwer. Doch es geht ja auch einfacher: Es gibt genug seriöse Shops mit fairen Preisen, einfach auf Gütesiegel wie "Trusted Shops" achten (und auch überprüfen obs echt ist!), sowie Kundenbewertungen lesen. Auch mal ins Impressum gucken, wenn der Gerichtsstand außerhalb Deutschlands liegt, Finger weg! Eine kleine Auswahl von Shops gibt es schon hier im Forum. Merke: Auch deine Meinung zu einem Onlineshop kann Anderen helfen!


Gebrauchtkauf

... ist immer mit Risiko verbunden. Bei Online-Auktionshäusern oder auch in Foren lassen sich echte Schnäppchen machen, auch der Verfasser dieses Textes kauft gerne so ein. Nur sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man auch defekte Ware bekommen kann, wo ein Umtausch oder eine Rückerstattung des Kaufpreises sich schwierig gestalten könnte, und ein womöglicher Rechtsstreit die Kosten des gekauften Produktes bei Weitem übersteigen würde. Missverständnisse, versteckte Fehler, Transportschäden, gewollter oder ungewollter Betrug, alles ist hier nochmal deutlich wahrscheinlicher als beim Online-Neukauf. Auch hier wieder auf Bewertungen des Verkäufers achten, auf Detailfotos bestehen und um eine gute Verpackung bitten. Gleichzeitig selbst aber auch rechtzeitig zahlen und Bewerten! Der Verfasser hat sowohl als Verkäufer als auch Käufer bei eBay und in diversen Foren viele gute und auch einige schlechte Erfahrungen auf beiden Seiten gesammelt. Eine gute Kommunikation ist da schonmal ein Anfang, leider nehmen sich anscheinend immer weniger Leute die Zeit, um anständig zu schreiben oder zu lesen.


Speziell zum Kauf von Lautsprechern

Wie wir nun wissen, sind Wattangaben hierbei erstmal zweitrangig. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man die Produkte in der näheren Umgebung bei einem Fachhändler anhören, egal ob Subwoofer oder Frontsystem. Es gibt extrem viele gute Lautsprecher auf dem Markt, sodass Empfehlungen gar nicht so einfach sind. Auch gehen die Meinungen, was ein Lautsprecher "können" sollte, selbst bei Experten weit auseinander. Die Einen legen mehr Wert auf einen hoch auflösenden Mitteltonbereich, die Anderen wollen ein spaßbetontes System mit knackigem Hochton und Kickbass, und man könnte noch weitere Beispiele nennen. Also, selbst ist der Mann (oder auch die Frau), ab zum Händler und selber hören, was man lieber mag! Dass es im Auto nicht genauso klingen wird, ist wieder ein anderes Thema. Aber man kann trotzdem auch in der Schallwand eines Geschäftsraumes schonmal eine bevorzugte Klangcharakteristik finden.
Auch beim Gebrauchtkauf unbedingt probehören und auf Kratzen oder unsauberen Klang achten. Falls das nicht möglich ist, bei Mitteltönern bis Subwoofern vorsichtig und gleichmäßig die Membran nach hinten drücken. Wenn es kratzt, Finger weg!


Speziell zum Kauf von Endstufen

Auch hier gilt, wenns geht, Probehören! Auch wenn die Verstärker nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Klangs im Auto ausmachen, gibts es kleine Unterschiede. Wie schon erwähnt, sollten beim Neukauf für eine kleine Einsteiger-Endstufe mindestens 100 Euro für eine 2-Kanäler, bzw. 150 Euro für eine 4-Kanäler eingeplant werden. Je nach Leistung und Qualität sind auch deutlich mehr fällig. Garantiert nicht wichtig für Leistung und Klang sind Chrom, bunte Beleuchtung und aufgedruckte Wattangaben, im Gegenteil: Gerade da sollte man skeptisch werden! Einige hochwertige Hersteller bieten zwar mittlerweile auch Einsteigerware im Kirmeskostüm an, weil eine gewisse Käuferschicht wohl dadurch zu beeindrucken ist, aber leider ist andererseits auch viel Ramsch darunter. Eine bunte Beleuchtung kann man sich nach Wunsch auch selber bauen, die Endstufe sollte lieber gut klingen. Auch die Größe ist nicht mehr entscheidend! Dank neuer Schaltungsprinzipien können auch einige recht kleine Endstufen ungeahnte Kräfte entfalten. Andererseits haben viele Ramschprodukte in der Vergangenheit manchmal extra große Gehäuse genommen, um Leistung vorzutäuschen: Also lieber ein kleines Markenprodukt kaufen als einen Blender. Wie gesagt heißt die Größe heutzutage nichts mehr. Nur wer es schon nötig hat, zu 2/3 Luft im Gehäuse zu verkaufen, ist meistens nicht sehr seriös.
Beim Gebrauchtkauf kann selbst ein fachmännischer Blick auf die Platine nicht immer einen Defekt erkennen. Also immer testen!





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Lautsprechertüftler der selbst konstruiert und nicht konsumiert.. ;-)

Für alle die erst noch Wissen in Erfahrung bringen müssen: Bitte "car-hifi-tipps-tricks-sowie-grundlagen " der Einfachheit halber lesen.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Katakomba« (23. Oktober 2015, 23:32)


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