Hier die stark vereinfachte Erklärung des Fortissimo-Prinzips!
Die Klangfuzzis würden wohl mit den Augen rollen, aber ich finde so kapiert mans einigermaßen:
Der Fortissimo-BP ist KEIN normaler Bandpass im traditionellen Sinne. Ein Bandpass, wie der Name schon sagt, wirkt schon ansich wie ein Filter, der nur ein gewisses Frequenzband durchlässt, ein kombinierter Hoch- und Tiefpass also, ganz ohne Weichen, das regelt das Gehäuse schon selber! Man siehts an seiner Frequenzkurve: Ganz ohne weitere Filter steigt sie an, bleibt in einem Bereich (zumindest in der Simulation ohne "Auto drumrum") gleich laut, und fällt dann wieder ab.
Fortissimo wirkt da anders!
Wie man dort an der Frequenzkurve sieht, ist der Verlauf nicht flach und breitbandig gleich, sondern formt sich zu einer Spitze. Wenn man da keine zusätzlichen Filter einsetzen würde, wäre der Bandpass an der Spitze viel zu laut, und davor oder danach dann zunehmend leiser, also gar nicht gut!
Wenn man aber nun einen zusätzlichen Tiefpass setzt, und zwar, das ist das Besondere, schon BEVOR der Woofer seinen Arbeitsbereich erreicht, "planiert" dieser die Spitze platt. Im Idealfall (seeeeehr viel Einstellarbeit!) siehts dann wieder einigermaßen so aus wie beim normalen Bandpass: Oben relativ platt, somit über einen weiten Bereich ähnlich laut. Also eine sehr ungewöhnliche Aufgabe für den Tiefpassfilter!
Kommt man nur noch höher im Frequenzbereich, also dort wo der Woofer schon gar nicht mehr spielen sollte, gehts nun doppelt so schnell in der Lautstärke runter: Einmal durch den normalen Kurvenabfall des Bandpassgehäuses, und dazu noch der elektronische Tiefpassfilter, der einem vorher so schön geholfen hat! Steil gehts runter Richtung Stille. Ist aber nicht schlimm, schließlich setzen ab da die Tiefmitteltöner ein.
Also was bringt das? Dadurch dass der Woofer in seiner extremen Lautstärke im mittleren Bereich so enorm "kastriert" wird, muss er mechanisch weniger arbeiten! Das heißt, er ist genauso laut wie ein herkömmlicher Bandpass, spielt aber zur Mittenfrequenz hin viel schneller und knackiger, da er weniger Hub machen muss bei gleichen dB. Das bringt mehr Klangqualität und besseres Impulsverhalten, und seeeehr viel rumgespiele mit diversen Filtereinstellungen, bis es ordentlich ist.
EDIT
Noch ein paar Tips für die Praxis: Kein Bandpass, sondern erst ein geschlossenes Gehäuse mit Güte von 0,7 berechnen. Dann Simulation schließen, Bandpass auswählen. Als geschlossene Kammer den eben errechneten Wert nehmen. Als ventilierte Kammer den errechneten Wert mal Zwei nehmen. Tuningfrequenz rund 63-70Hz. Rumspielen bis die Kurve gut aussieht - fertig, bauen. Dann kommt die eigentliche Schwierigkeit - das messen und einstellen!
Wenns soweit klar ist, aber trotzdem noch Fragen auftauchen, hier gibts den ultimativen Thread dazu:
http://www.klangfuzzis.de/viewtopic.php?f=51&t=23520
Seite 1-5 lesen reicht eigentlich.


